Johannes Welte aus München

Johannes WelteIch war ja als Ex- bzw.. Teilzeit-Saaler sehr beeindruckt von der Info-Veranstaltung zur Ortsumgehung. Mir sind da einige Sachen aufgefallen und vieles eingefallen:

Es gibt Leute, die vergleichen Saal mit Sulzfeld und welche, die vergleichen Saal mit London. Aber Spaß beiseite. Als ich mit meinem Vater alte Saaler Bilder durchgeschaut habe, ist mir eine Shell-Tankstelle …

in der Hauptstraße aufgefallen, die betrieb eine Herr Markert. Die gibt es ebenso nicht mehr wie eine Metzgerei Wilz, eine Bäckerei Schmitt, ein Fernsehgeschäft Kohout, mehrere Lebensmittelläden, das Gasthaus Lamm und so einige Geschäfte, die mir jetzt nicht mehr einfallen. Und diese Geschäfte gibt es alle trotz Durchgangsstraße nicht mehr, sie wurden nicht wegen einer Umgehung geschlossen.
Kommen wir zur Gegenwart und Zukunft: Eine Ortsumgehung ist eine Maßnahme für die kommende Generation, sie kommt frühestens in 15 Jahren. Wer weiß, welcher der existierenden Geschäfte es dann noch gibt? Oder ob sie vielleicht in 20 Jahren lieber doch direkt in einem Gewerbegebiet an der Umgehung neu bauen wollen?
Man kann aber auch ein Aral-Leuchtschild so aufstellen, dass man es von der Umgehung aus sieht oder auch dort direkt Werbetafeln für Tankstelle und Gasthaus aufstellen.
Und ein Gasthaus, das nicht mehr an der lärmenden Straße steht, kann sich zu einem Radler-Hotel fortentwickeln.
Man könnte auch wieder Märkte in Saal veranstalten oder eine Kirmes, um die Leute ins Dorf zu locken.
Dann das Argument der Unfallgefahr: An der Saalebrücke kracht es regelmäßig, auch mit tödliche Folgen. Diese Unfallstelle würde eine Umgehung entschärfen.
Und als Gegenargument für die Saaler Umgehung die neue Königshöfer Umgehung wegen der dortigen Unfälle anzuführen, ist unseriös, weil es ein Einzelfall ist, der auf eine unglückliche Planung und alte Gewohnheiten zurückzuführen ist. So kenne ich das Problem von der Königshöfer Umgehung an der B 279 nicht, und es gibt Hunderte weitere Umgehungen, wo es auch nicht ständig kracht. Dafür gibt es an der Nordumgehung in KÖN für den dortigen Wirtschaftsweg eine Brücke, die dürfte es am Sand in Saal dann auch geben. Übrigens, die Aral in KÖN gibts auch noch.
Dann hieß es, vielleicht gibt es in 20 Jahren nur noch Lkw mit Elektromotoren. Die brauchen dann jedenfalls keine Tankstelle, die Autos, die dann erst recht Elektromotoren hätten, auch.
Aber auch Elektro–Lkw würden den Leuten keinen Platz zum Überqueren der Straße lassen.
Und Tempo-30 ist erstens unrealistisch, weil es die Behörden nicht genehmigen für eine ganze Ortsdurchfahrt, höchstens für extreme Gefahrenstellen. Und außerdem würden die Fahrzeuge dann noch mehr Emissionen loswerden, schon weil sie länger durchs Dorf brauchen und jeder weiß, dass man mit 30 km/h mehr Sprit verbraucht und somit mehr Abgase verursacht, als mit 50 km/h. Aber man kann immer eine Studie finden, die das Gegenteil beweist, wenn man nur sucht. Wenn das nicht so ist, nehme ich das gerne zurück.
Bleibt zu sagen, dass es Saal über Jahrzehnte versäumt hat, Ansiedlungsmöglichkeiten für Gewerbe zu schaffen. Man ist ja nicht einmal in der Lage, Einheimische, die Flächen brauchen, zu halten. Die gehen dann weg, die Gewerbesteuer wird woanders gezahlt. Es reicht nicht, für zwei Betriebe die ganze Entwicklung des Orts zu blockieren, die vermutlich auch nicht wegen einer Umgehung eingehen, zumal wir jetzt nur noch eine Metzgerei haben.
Zusammengefasst ist es also mehr als nachvollziehbar, wenn der Herr vom Bauamt eine Umgehungsstraße begrüßt, da er vom Fach ist. Die Verkehrsszahlen sprachen für sich.
Und dann habe ich zum Schuss die letzten Worte des Bürgermeisters im Ohr, der gesagt hat, ein Ergebnis des Bürgerentscheides mit eins, zwei Stimmen Unterschied werde er nicht akzeptieren. Das ist ein seltsames Verständnis von Demokratie. Tatsächlich ist der Bürgerentscheid nur ein Jahr gültig. Will der Bürgermeister dann nochmal den Gemeinderat abstimmen lassen, wenn es ihm nicht passt, was die Bürger wollen?

Schöne Grüße aus dem Zug nach München
Euer Johannes Welte

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